Berlusconi schließt Fini aus Regierungspartei aus

Berlusconi schließt Fini aus Regierungspartei aus


Rom (APA/dpa) - Der seit Monaten schwelende Streit zwischen dem italienischen Ministerpräsidenten Berlusconi und Kammerpräsident Fini ist eskaliert. Berlusconi schloss seinen Bündnispartner am späten Donnerstagabend aus der Regierungspartei "Volk der Freiheit" (PdL) aus, wie italienische Medien am Freitag berichteten. Für den entsprechenden Beschluss hatte ein Großteil des PdL-Parteivorsitzes gestimmt.

"Zerstörerische Kritik" und "absolute Inkompatibilität mit den Prinzipien der Partei" wirft der Medienmogul und Regierungschef dem ehemaligen Postfaschisten Fini vor. Während Berlusconi Fini zudem aufforderte, sein Amt als Präsident des Abgeordnetenhauses niederzulegen, entgegnete dieser dem aufgebrachten Ministerpräsidenten, sein Amt werde nicht von Berlusconi entschieden. "Ich bleibe, wo ich bin", war Finis erste Reaktion.

Unterdessen kündigten in beiden Kammern zahlreiche Fini-Anhänger an, ihrem Chef zu folgen: 36 seien es bisher im Abgeordnetenhaus, 14 im Senat, berichteten italienische Medien. Mit diesen Zahlen könnte Fini in Zukunft bei kritischen Abstimmungen zum Zünglein an der Waage werden. Berlusconi hatte seit Anfang des Jahres bereits mehrfach den Gang zu den Urnen nicht ausgeschlossen, sollte der Streit zwischen ihm und Fini zum Bruch führen.

Fini hatte vor rund eineinhalb Jahren seine Partei, die postfaschistische Alleanza Nazionale (AN) in Berlusconis "Volk der Freiheit" integriert. Er kritisiert seit langem den autoritären Führungsstil Berlusconis sowie den seiner Meinung nach zu starken Einfluss der rechtspopulistischen Lega Nord von Umberto Bossi in der Mitte-Rechts-Regierungskoalition.

Die Opposition spricht von einer Regierungskrise in Rom. Der Vorsitzende der oppositionellen PD (Demokratische Partei), Pierluigi Bersani, schloss die Möglichkeit einer Übergangsregierung in Rom nicht aus, sollte die Regierung Berlusconi stürzen.

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